Krankheiten in dieser Rasse

 

Krank sein kann auch diese Arbeitsrasse, leider. Und es gibt auch keinen Züchter, der nicht auch mal eine Nachzucht mit anfälligen oder kranken Hunden erleiden muss.

Rassetypische Krankheiten

 

Um mit einem PBGV in Deutschland züchten zu können, müssen- neben vielen anderen Bedingungen- auch jährlich die Augen auf Anomalien überprüft werden.

Erbkrankheiten

Wir haben einen längeren Artikel eingestellt, damit Sie verstehen können, warum es so schwer ist, diese Krankheit in der Zucht ausschließen zu können.

 

Es wird geforscht. Ergebnisse in online- Datenbanken:

Leider steht der Wunsch nach Gentests für jede Krankheit ihrer Komplexität entgegen.

1. Epilepsie

 

Nach wie vor gibt es keine 100% sichere Erkenntnis, ob es einen gibt uns wenn wie der Erbgang der Epilepsie funktioniert.

 



 

Im Rahmen einer Vortragsreihe auch von Frau Prof. Dr. Dr. habil. Andrea Fischer, Leitung Service Neurologie LMU München geht man mittlerweile davon aus, dass Epilepsie im Alter von bis zu 5 Jahren aufgetreten, eine erbliche Komponente beinhaltet.

 

Der Artikel Epilepsy in the Petit Basset Griffon Vendeen: Prevalence, Semiology, and Clinical Phenotype von
C.H. Gulløv, N. Toft, M.M.N. Baadsager, and M. Berendt, veröffentlicht:
Submitted April 28, 2011; Revised June 23, 2011; Accepted
July 26, 2011.
Copyright © 2011 by the American College of Veterinary Internal
Medicine
und in Auftrag gegeben vom DKC Danish Kennel Club, schließt zumindest die Genetik als Auslöser nicht aus.

 

Wir versuchen weiterhin gesunde Hunde zu züchten, leider müssen wir aus wissenschaftlicher Sicht sagen, dass es zur Zeit keine Garantie dafür gibt. Wir versuchen die Ratschläge der Wissenschaft zu diesem Thema zu praktizieren:

 

- keine Wurfwiederholungen

- keine Inzuchtverpaarung

- keine "Detailkrämerei" ( auch ein Hund mit leichten Fehlern darf in die Zucht, um den Genpool so groß wie möglich zu erhalten und nicht andere Krankheiten zu verstärken).

2. Augenanomalien:

An dem Department für Tierzucht und Genetik

der Veterinärmedizinischen Universität Wien

(Vorstand: O.Univ.Prof. Dr.med.vet.Tzt. Mathias Müller)

Untersuchung der Häufigkeit züchterisch relevanter

Erkrankungen beim Englischen Cockerspaniel

DIPLOMARBEIT

zur Erlangung der Würde einer

MAGISTRA MEDICINAE VETERINARIAE

der Veterinärmedizinischen Universität Wien

vorgelegt von

Cand. med. vet. Ulrike Dvorak

Wien, im Oktober/November 2008

http://www.vu-wien.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC07121832.pdf

 

2.1.1. Progressive Retinaatrophie - PRA

Unter dem Begriff der Progressiven Retinaatrophie (PRA) werden verschiedene

hereditäre Netzhautdegenerationen mit ähnlichem klinischem Bild zusammengefasst

(MARTIN, 1994).

Man teilt die erbliche Form der Retinadegeneration in verschiedene Untergruppen

ein. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Photorezeptorendysplasien und

Photorezeptoratrophien.

Bei der Dysplasie treten erste Symptome schon im Alter von 6 Monaten auf, wodurch

die Hunde mit 1-2 Jahren vollständig erblindet sind.

Bei den atrophischen Formen der PRA beginnt die Symptomatik erst später, da sich

die Photorezeptoren normal entwickeln und erst nachfolgend die Degeneration

startet.

Allen PRA-Formen ist aber gemein, dass sie autosomal rezessiv vererbt werden und

die Symptomatik annährend einen identischen Verlauf hat.

 

2.1.2. Katarakt

Als Katarakt bzw. Grauen Star bezeichnet man jede Weißfärbung oder anderweitige

Trübung des Linseninhaltes und/oder der Linsenkapsel. Die Trübung entsteht durch

verminderte Sauerstoff- und vermehrte Wasseraufnahme. Dadurch kommt es zu

einer Schwellung und später zu einer Dehydratation, die mit Schrumpfung der Linse

einhergeht (STADES et al., 2006).

Die zwei häufigsten Uraschen sind genetische Abnormalitäten und Diabetes mellitus

(ADKINS u. HENDRIX, 2005).

Die Einteilung der Katarakte erfolgt nach Lokalisation, Fortgeschrittenheit (immatur,

matur, hypermatur), Typ und möglichen Ursachen (STADES et al., 2006).

Die Prävalenz für Katarakt steigt mit dem Alter der Tiere (ADKINS u. HENDRIX,

2005; ENGELHARDT et al., 2008) und den Inzuchtkoeffizienten, da mit steigender

Inzucht identische Allele akkumulieren und vor allem rezessive Defektgene so in

ihrer Häufigkeit in einer Population steigen (ENGELHARDT et al., 2008; ZADIL,

2004).

Von einer kongenitalen Katarakt spricht man, wenn sie schon vor der 6.-8.

Lebenswoche manifest wird (STADES et al., 2006).

 

Trübungen nach der 8. Lebenswoche werden als juvenil bezeichnet, solche bei alten

Tieren ab 8 Jahren als senile Katarakt.

Der Jugendstar tritt sehr häufig in den ersten Lebensmonaten auf und zeigt anfangs

meist ein progressives Krankheitsmuster, endet aber nicht immer mit kompletter

Erblindung und wird meist autosomal rezessiv vererbt (WALDE et al., 2008).

 

2.1.4. Distichiasis

Unter diesem Begriff versteht man das Auftreten einzelner Haare oder Haarreihen

am freien Lidrand oder vom Lidrand ausgehend.

Oft sieht man Distichiasis auch zusammen mit ektopischen Wimpern, worauf hin

BARNETT (1976) eine genetische Beziehung in Betracht gezogen hat. Er hat auch

einen autosomal dominanten Erbgang ermittelt. ZADIL (2004) stellte jedoch auf der

Basis von Segregationsanalysen einen gemischten Erbgang mit rezessivem

Hauptgeneffekt fest.

 

 

 

2.1.5. Trichiasis

Darunter versteht man Haare, die zwar an der richtigen Stelle entspringen, jedoch

durch Fehlstellung zu Hornhaut- und/oder Bindehautirritationen führen.

Das führt in den meisten Fällen zu Epiphora und mukopurulentem Exsudat und bei

Progression auch zu Hornhautdefekten und schmerzbedingtem Enophthalmus.

Trichiasis kann auch zum völligen Verlust des Auges führen (STADES et al., 2006),

allerdings ist diese Erkrankung beim Hund zwar sehr häufig, führt aber meist zu

keinen gravierenden klinischen Symptomen. Meist ist diese Anomalie kongenital

(BARNETT, 1976) und selten sekundär bedingt.

STADES et al. (2006) beschreibt einen polygenen Vererbungsmodus, während

BARNETT (1976) von einem dominanten Erbgang ausgeht.

2.1.6. Entropium

Das Entropium ist ein partiell oder komplett nach innen gedrehtes Lid (STADES et

al., 2006).

Meist liegt dem Entropium ein erblicher polygener Defekt zugrunde. BARNETT

(1976) hält einen irregulär dominanten Erbgang für wahrscheinlich.

2.1.7. Ektropium - Makroblepharon

Unter Ektropium versteht man ein total oder partiell nach außen gedrehtes Unterlid.

Das Krankheitsbild wird fast ausnahmslos polygen vererbt (STADES el al., 2006).

BARNETT (1976) beschrieb einen irregulär dominanten Erbgang. Der exakte

Erbgang ist aber durch die große Variabilität in Ausmaß und Alter des Auftretens

schwer zu erfassen.

2.1.8. Membrana pupillaris persistens (MPP)

Unter MPP versteht man Überreste vom embryologischen Gefäßsystem, das die

vordere Hälfte der Linse während ihrer Entwicklung ernährt. Physiologischerweise

bildet sich dieses innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt gänzlich zurück.

Geschieht diese Rückbildung nicht, bleiben winzige, mehr oder weniger dreieckige

Flecken zentral auf der vorderen Linsenkapsel oder retrokorneal trübes braunweißes

Material am Endothel zurück. Typisches Erscheinungsbild sind auch Fäden,

die von der Kornea zur Iris ziehen, von einer Seite der Iris zur anderen oder von der

Iris zur Linsenkapsel, die dann an der Ankopplungsstelle kleine kongenitale

Katarakte verursachen. Es kommen aber auch netzartige Strukturen in der vorderen

Augenkammer vor (ENGELHARDT et al., 2007; STADES et al., 2006).

ZADIL (2004) beschrieb das gleichzeitige Auftreten von MPP mit Katarakten, wobei

sie aber keine genetische Verbindung nachweisen konnte.

Bei einigen Hunderassen wird diese Missbildung vererbt, vermutlich rezessiv.

Eine Therapie ist meist nicht erforderlich, da die Symptome mild sind.



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